Montag, 30. Dezember 2013

Polen 2013 – Malbork, Danzig, Olsztyn, Masuren, Warschau


2013 – mein Osteuropajahr. Bereits zu Beginn des Jahres stand für mich fest, dass mich mein Weg gen Osten führen würde. Hatte ich in der Studienzeit einen ambitionierten Roadtrip von Polen über Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Bulgarien und Rumänien bis in die Türkei – genauer gesagt bis zum altehrwürdigen Byzanz/Konstantinopel/Istanbul im Auge, so stellte sich nun die Realität ein. Mein heiß geliebter blau-lila Polo ist nicht mehr der Jüngste und würde eine solche Reise vermutlich nicht ohne Herz-/Motorschaden überstehen und weder das Zeitfenster noch mein Gewissen erlauben himmelweite Sprünge. Die Moral von der Geschicht’: Ja, ich werde eines Tages in Istanbul ankommen, aber die Strecke wird aufgedröselt.

In diesem Jahr zog es mich also erst einmal ins Nachbarland Polen – via Berlin und Potsdam. Zunächst galt, die mittelalterliche Hansestadt Danzig an der Nordsee zu erkunden und mein Bedürfnis nach Meer zu stillen. Zwar hat die Ostsee weniger Wellen als der Ozean meiner Jugend westlich von ihr, aber schön ist sie allemal. Ebenfalls auf meinem Plan standen die Marienburg in Malbork, Olsztyn und eine Fahrradtour in Masuren, bevor es über Warschau zurück nach Deutschland ging.

Danzig selbst ist ein Sammelbecken für allerlei Touristen, man hört neben Polnisch, Russisch, Englisch, Deutsch und auch Französisch an jeder Straßenecke. Das Alter der Polenreisenden dürfte irgendwo zwischen 16 und 65 liegen. Es sind wirklich Heerscharen von Menschen unterwegs, um das Zentrum Danzigs zu bestaunen und zu erkunden. Dazu jedoch mehr im nächsten Beitrag.

Anreise: Berlin à Gdansk/Danzig

Meine Anreise erfolgte per Eurocity in einem Sechserabteil von Berlin über Poznan/Posen (hier musste ich direkt an meine beiden Posener Kommilitoninnen Paulina und Edith denken, die mit mir ein halbes Jahr in Spanien verbrachten) nach Danzig.

Vielen Dank an Google Maps!

Die Polen lieben Abteile und vor allem Reservierungen wie ich später lernen sollte. Meine Reisegesellschaft: eine deutsche Mutter Alter 60+ und ihre vielleicht 20-jährige Tochter, ein polnisches Ehepaar um die 50 und ein Russe. Die beiden Deutschen sorgten dabei für ausreichend Unterhaltung auf dem Weg nach Danzig. So erfuhr man/frau, dass sie noch keine Jugendherbergsbetten hatten, sich aber keine allzu großen Sorgen machten, immerhin gebe es ja gleich drei Jugendherbergen in Danzig. Und das sind nur die Offiziellen! Glücklicherweise schien unsere gemeinsame Reise am Hauptbahnhof von Danzig ihr Ende zu finden, die beiden bevorzugten eine weniger zentrale Jugendherberge als ich. Das polnische Ehepaar wollte Verwandte kurz vor Danzig besuchen und die erstaunte Deutsche war einigermaßen amüsiert ob des unendlichen Apfelvorrats, den die beiden in ihren zwei Biedronka-Tüten versteckt hatten. [Kleiner Kommentar am Rande: Biedronka ist eine polnische Supermarktkette, die man auch in den kleineren Städtchen findet.] Beeindruckt hat mich besonders die Tatsache, dass sie den Inhalt der Tüten innerhalb der vier Stunden, die wir miteinander verbrachten, auch weitestgehend dezimiert hatten und keinerlei Anzeichen von übersäuerten Mägen zeigten. Alles in allem war die Fahrt sehr angenehm, es ging an Frankfurt (Oder) („Hier ist doch nichts los, oder?“, „Doch, das ist ein krimineller Umschlagplatz für allerlei Sachen, Kind.“) vorbei durch Felder, Wiesen, Wald, Hügel und Kleinstädte. Westpolen macht einen sehr ländlichen Eindruck auf mich, beschaulich aber einigermaßen einsam. Und nach sechs Stunden im Zug fuhren wir um kurz vor 22 Uhr im Danziger Hauptbahnhof ein. Geschafft! Jetzt noch die Jugendherberge finden, mein Abendessen vertilgen und dann den Kopf zur Ruhe betten. Gut, dass die Danziger Innenstadt weder allzu verwirrend noch sonderlich riesig ist. Die gebuchte Jugendherberge lag direkt am alten Hafen von Danzig, sodass ich das Vergnügen hatte, auf der Kaimauer zu Abend zu essen.
Station 1: Malbork/Marienburg

Nach einer durchaus erholsamen Nacht in einem nur halb belegten Schlafsaal ging es tags drauf nach Malbork, um dort die Marienburg und mehr als nur ein Kapitel polnischer Geschichte zu erkunden. Vom Danziger Bahnhof bis zum Örtchen Malbork sind es etwa 60 Minuten Zugfahrt. Selbstverständlich wird auch hier wieder eine Reservierung mitbezahlt und es mag vorkommen, dass die Rückfahrt günstiger als die Hinfahrt ist. Die Marienburg sieht man bereits aus dem Zugfenster und bekommt einen Eindruck von dem mächtigen Backsteinbau der Deutschordensritter, die die Wirren der Geschichte – neben der Vertreibung der Ritter auch die Weltkriege und die Flucht der Ostpreußen, die teilweise über Malbork stattfand – auf den ersten Blick fast unbeschadet überstanden hat.

Marienburg von Malbork aus gesehen, man kann Mittel- und Hauptburg sehr gut erkennen.

Die Marienburg war von 1309 bis 1457 die Machtzentrale des Deutschen Ordens, der auf Englisch übrigens Teutonic Order heißt und mir einiges an Kopfzerbrechen bereitet hat, und Sitz dessen Hochmeisters. Mitte des 15. Jahrhunderts musste der Orden die Burg zunächst an Söldner verpfänden, die auf Seiten des Ordens in die Schlacht von Tannenberg gezogen waren. Diese wiederum verkauften die Burg dann an Polen, den Widersacher des Deutschen Ordens. Die Irren und Wirren der Geschichte. 


 

 Dies und viele weitere Fakten bekam der durchaus ansehnliche Trupp deutscher Touristen in einer 150-minütigen Führung präsentiert. Und nach weiteren zwei Stunden kann ich guten Gewissens behaupten, nahezu alle Räume der Burg betreten und das Motiv meiner zukünftigen Tätowierung gefunden zu haben. Die Burgführerin war eine gut 65-jährige Polin, die uns sehr rüstig von der Vorburg in die Mittel- und Hauptburg begleitete und schließlich erklärte, dass sie ihr ganzes Arbeitsleben auf der Burg verbracht hat. Als Führerin polnischer und deutscher Reisegruppen. Wahnsinn! 40 Jahre als Touri-Führerin an einem Ort. Nach der Führung war dann freies Verteilen über das Burggelände angesagt und so verbrachte ich einen sonnigen Nachmittag in der Marienburg und umrundete sie anschließend, bevor ich auf der Nogat-Brücke dieses tolle Foto schießen konnte:

Marienburg aus der Nogat-Ansicht
Zum Sonnenuntergang ging es dann mit dem Zug und um einige Postkarten und Briefmarken reicher zurück nach Danzig in die Jugendherberge. Dort traf ich auf eine meiner Schlafsaalgenossinnen, die eine Alternative zur ganztägigen Marienburg-Reise in petto hatte. Besagte Amerikanerin traf ich bereits morgens am Malborker Bahnhof und hatte das Vergnügen, mich bei der Bewältigung des Kilometers zwischen Malbork-Stadt und Marienburg über einige Details ihres Polenaufenthalts aufklären zu lassen. Ihre Einschätzung zu Malbork und der Tagesplan: Einen ganzen Tag in Malbork zu verbringen, lohne sich nicht, immerhin gäbe es Hunderte solcher Bauwerke. Eine Führung sei außerdem überteuert (da hat sie sicherlich nicht ganz unrecht, die Kosten waren definitiv der größte Posten meiner Tagesausgaben). Fazit: Stürmung der Burg ohne Führung, nach einer guten Stunde das Bollwerk hinter sich lassen, in einen Außenbezirk von Danzig fahren und dort eine Kirche besichtigen, die die älteste Orgel Polens beherbergt. Dann zurück in die Innenstadt, um das Solidarnosc-Denkmal anzusehen. C’est ca. Und abends völlig ausgelaugt in der Jugendherberge hocken.
Wie dem auch sei, für mich hat sich die Führung durch die Marienburg schon allein wegen der Atmosphäre, den Infos und der Möglichkeit, eine langjährige Burgführerin kennenzulernen, gelohnt. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass ich viele renovierte Details alleine nicht einmal registriert hätte und mir der Aufwand des Burgerhalts völlig entgangen wäre.

Arbeiten vor der Burg, wo sich das ursprüngliche Örtchen Malbork befand, in dem Handwerker und Burglieferanten wohnten.


Im nächsten Beitrag gibt es Fotos von und Eindrücke aus Danzig. Das Städtchen ist wunderschön und hat im Hinterland noch so eingies in petto.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Kuriositäten der Arbeit vor der eigenen Haustür aka The Quirks of Being Productive Outside the Traditional Four Walls



Als freischaffender Mensch und insbesondere als freie Übersetzerin ist frau in der heutigen Zeit ja ausnehmend mobil, sofern Sie über einen Laptop, elektronische Hilfsmittel zur Übersetzung (also Wörterbücher, CAT-Tools etc.) verfügt und nicht notwendigerweise den ganzen Tag im den eigenen vier Wänden verbringen will. Die Vorteile letzterer Betätigung liegen dabei klar auf der Hand: Ablenkung au masse und die Möglichkeit, in den bequemsten Klamotten der Welt – ganz dem individuellen Bedürfnis entsprechend dem Schlaf- oder Hausanzug – zu verbringen. Für diejenigen unter uns, die nichts gegen (mehr oder minder stille) Gesellschaft und etwas gediegenere Kleidung einzuwenden haben, gibt es diverse Möglichkeiten.
Die folgenden Ausführungen mögen der ein oder anderen Berufsgenossin mit nicht tagesfüllendem und/oder streng vertraulichem Übersetzungsmaterial einige Perspektiven eröffnen, wenn es darum geht, Wissen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und vor allem auch vor die eigene Haustür zu kommen und trotzdem „arbeitsfähig“ zu sein. 

[Die Schauplätze stellen eine Auswahl, beruhend auf meinen eigenen Erfahrungen in der gemütlichen rheinland-pfälzischen Hauptstadt, dar und können beliebig erweitert werden. Jede Kategorie hat Vor- und Nachteile, die kreativsten Arbeitsschübe und kuriosesten Geschichten sind mir jedoch bisher in Öffentlichen Bibliotheken untergekommen.]
  1. Öffentliche Bibliotheken
  2. Cafés
  3. Die eigene oder bekannte WG

1. Öffentliche Bibliotheken

In Mainz gibt es diverse Öffentliche Bibliotheken, die über WLAN verfügen und somit geradezu zur Stillarbeit vor der Haustür einladen. Ich habe in der Öffentlichen Bücherei begonnen, die neben wissenschaftspopulistischen Büchern auch über ein großes belletristisches Sortiment und eine umfangreiche Mediathek mit CDs und DVDs verfügt.
Allein die Vielfalt der vorhandenen Medien zieht selbstverständlich eine große Bandbreite an Besuchern an. Nachmittags halten sich dort verstärkt Heranwachsende auf, die – im besten Fall – auf der Suche nach Bewerbungstrainern, Prüfungshilfen, Sprachlern-CDs oder einer spannenden Freizeitlektüre sind, oder eben Verstecken spielen und es lustig finden, unter den zur Verfügung gestellten Schreibtischen, an denen fleißig Zeitungen gelesen oder Aufsätze getippt werden, hindurchzukriechen. Dabei regen sie ihre Freunde mit einem „Ey, such mi(s)ch“ an, unter noch mehr Tische zu schauen und zu entdecken, dass der ein oder andere Büchereibesucher über nicht adäquates Schuhwerk – Flipflops im November! – verfügt. Das lockert die Arbeitsatmosphäre beträchtlich auf, führt jedoch nicht gerade zu wohlwollenden Gedanken bezüglich dieser „jungen Erwachsenen“. Zu erwähnen sind hier aber auch Familienväter, die ihren Nachwuchs zu guten Bürgern erziehen wollen. Sie lassen sich nach meinen Beobachtungen besonders ab 16 Uhr 30 blicken und telefonieren auch gerne in Hörweite von Zeitungslesern und Freischaffenden mit der Mutter ihrer Kinder. Dabei geht es dann um so gewichtige Dinge wie die Tatsache, dass die Dame ihren Anhang mit dem unkaputtbaren Familienuntersatz (kurz SUV) abholen sollte, jedoch im Berufsverkehr steckt und das Abendessen zeitlich in Gefahr bringt.
Mit der stillen Betätigung ist es also nicht allzu weit her in diesen Räumlichkeiten. Dafür bringt sie einem spannende Anekdoten, die neusten Kleidungstrends, Anreize für Spiele und inhaltliche Einheiten für die nächste Hausaufgabenbetreuung. Für nicht allzu vollgepackte und ernste Tage lege ich die Öffentliche Bücherei jedem ans Herz, der ein bisschen Leben in seinen Beruf bringen möchte.
Mainz hat aber noch mehr und angenehmeres zu bieten. Neben der Öffentlichen Bücherei ist da die Wissenschaftliche Stadtbibliothek, die genauso öffentlich ist wie die Öffentliche, jedoch weit fachlichere Literatur, ein Magazin sowie literarische Klassiker mit Ledereinband besitzt. Neben dem Freihandbereich und dem prinzipiell unzugänglichen Magazin kann sich ein jeder Besucher im nachbarlichen Stadtarchiv oder auch im Lesesaal aufhalten. Letzterer sieht aus, als sei er direkt aus der Bürgerlichkeit des 19. Jahrhunderts in die Jetztzeit transportiert worden – eine Holzvertäfelung und massive Tischreihen, die mit vielen Steckdosen für die tragbare Elektronik ausgerüstet sind und die Gegenwart und eine durchaus breite Arbeiterschaft in die Wände voller Nachschlagewerke spült. Im Lesesaal kann man jedenfalls an seinem Laptop mit eigenen Büchern oder aus dem Archiv gelieferten Antiquarien arbeiten und die kleinen grauen Zellen durch den Genuss von Wasser päppeln. WLAN gibt es seit Oktober übrigens auch hier.
Stillarbeit wird hier gepflegt und es kann durchaus vorkommen, dass Besucher mit einem Laptop der vorsintflutlichen Epoche (also A.D. 2009 oder älter) schief angeschaut werden, wenn das Gebläse des Geräts wieder einmal besonders gut gelaunt ist und sich mitteilen möchte. Nichtsdestoweniger fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben und sehe Studenten Seminararbeiten, Dozenten die nächste Einheit und den ein oder anderen Mainzer E-Mails schreiben, oder eben den nächsten Schal stricken, der Winter ist da. Aktivitäts- und Inspirationsschübe sind in jedem Fall vorprogrammiert.
Und wenn es an der Zeit für eine Mittags-/Kaffeepause ist, trifft man ganz sicher noch den ein oder anderen Gesellen an einem der drei Tische, die um den Kaffeeautomaten mit obligatorischer Suppenauswahl herumstehen. Ich hatte so schon das Vergnügen auf einen der „Herren von Wiesbaden“ zu treffen und erfuhr, dass es entlang des Rheins scheinbar nur Winzern erlaubt ist, Weinschenken zu eröffnen und die Lokalität „Weingarten“ zu nennen. Sofern jemand anderes auf die Idee kommt, Wein von fremden Winzern zu verkaufen, darf er sich mit der Rechtsprechung des entsprechenden Bundeslandes auseinandersetzen. Gerne auch über mehrere Jahrzehnte hinweg. So oder so ähnlich mutet rheinisches Seemannsgarn an.

2. Cafés

Es ist mittlerweile ja keine Seltenheit mehr, dass auch Cafés über WLAN verfügen, um so der Bevölkerung, die nie ohne ihr Smartphone, IPad oder Netbook auskommt, das virtuelle Reich zugänglich zu machen, während der Körper mit Koff/Teein in allerlei Formen versorgt wird. Ein frühes Beispiel aus meiner Zeit in Mainz sei hier erwähnt: Direkt im Innenhof des Gutenberg-Museums am Dom befindet sich nämlich das Café/Restaurant Codex. In den geschlossenen Räumlichkeiten bekommt man auf Nachfrage das WLAN-Passwort und kann sich alsbald im Netz über die Speisekarte informieren, sofern das gewünscht wird. Diese Umgebung ist natürlich vor allem dem Konsum – Kaffee, Bagels, Stückchen, alles, was den Tisch nicht komplett blockiert – zuträglich, kann allerdings auch helfen, wenn die Internetverbindung im eigenen Haus a) noch nicht vorhanden, oder b) gerade einmal zusammengebrochen ist, vielleicht weil der Rooter einen Hau weg bekommen hat.
In den vier oder mehr Wänden von Cafés kann man nun bestens Sprach- und Kulturpflege betreiben. Wenn man sich dazu in der Mainzer Innenstadt befindet, kommen Regionalkultur und Dialekt sowie internationale Perlen hinzu.

3. Die eigene oder eine bekannte WG

Mal raus aus dem eigenen Zimmer, hinein in die gemeinsame Wohnküche oder das Wohnzimmer mit Rheinblick in einer befreundeten WG. Auch diese (Arbeits-)Umgebung hat ihre Vorzüge: Bei PC-Problemen hat erhöhen sich so die Chancen, nicht allein dazustehen und entweder Hilfe zu bekommen oder aber wenigstens Beistand von jemandem, der garantiert schon einmal vor demselben Problem stand. Auch den neusten Klatsch und Tratsch – Pardon, das Allerneuste in der Welt, quasi den persönlichen Kontakt zum Zeitgeschehen – erfährt frau außerhalb ihrer (ge)heili(gt)en Stube. Wer sich seine WG dazu noch nach Kriterien der Internationalität und individueller Authentizität ausgesucht hat, kann sogar stets etwas Neues lernen, das für die Übersetzertätigkeit eines Tages von großem Wert sein mag. In meinem Fall sind das Informationen zum sprachlichen Umfeld in Tadschikistan (wer wusste, dass bis vor fünf Jahren der komplette Universitätsbetrieb noch auf Russisch lief, sich mittlerweile aber Tadschikisch durchsetzt und Auswanderer bei der Rückkehr möglicherweise Probleme beim Austausch über ihr Fachgebiet haben werden?) und Auskünfte zum Bankengeschäft in der Slowakei (ING schließt dort das Privatkundensegment und die Slowaken auf der Jagd nach guten Zinsen schauen in die Röhre!). Aber auch so einfache wie anheimelnde hessische Vokabeln wie „Kneipchen“ und das entsprechende thüringische/schwäbische/… Wort dafür lassen sich austauschen. Vokabeltraining zum Nulltarif also – und den Kaffee gibt es zum Selbstkostenpreis dazu. Fantastisch. Könnte frau nun noch quatschen und arbeiten gleichzeitig, so wäre sie alsbald Krösus.

An dieser Stelle bitte ich ausdrücklich darum, ähnlich interessante Arbeitsmöglichkeiten und Lieblingsorte zu teilen. Wir lernen ja schließlich ein Leben lang.

Alles anders nach dem Studentenleben

Liebe Lesende,

den Abschluss als Diplom-Übersetzerin habe ich seit April 2012 in der Tasche und das "wahre Leben" fernab von Universitätsveranstaltungen läuft. 2012 brachte ein Übersetzerpraktikum in einer Bundesoberbehörde sowie ein weiteres 6-monatiges Praktikum in einer Übersetzungspartnerschaft in Mainz-Kastel mit sich. Dort hielt es mich dann auch bis Oktober 2013 in einer Festanstellung zwischen Übersetzungen, CAT-Tools und Projektmanagement.
Seither bin ich um einen Fahrradunfall und zahlreiche Behördengänge reicher, in kleinem Umfang freiberuflich tätig und jage der nächsten Festanstellung hinterher. Diese Aktivitäten sind alles andere als "mal eben" erledigt, aber es bleibt doch etwas Zeit für meinen Blog.

In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen, ich freue mich über Kommentare und wünsche eine fröhliche Vorweihnachtszeit.

Eure Anne