Mittwoch, 22. Juli 2009

Aktualisierte Präsentation

Nachdem ich mittlerweile wieder zu Hause angelangt bin und nach diversen WG-Tagen in Heuchelheim, Geburtstagen aus dem Familienkreise (Conny, dich zähl ich da einfach zu, ok?) sowie dem üblichen Tagesgeschäft à la Bücherverschlingen, Haus sauberhalten usw., habe ich dann letzten Endes auch mal meine Fotos von der Kamera auf den PC gezogen.
Das Endergebnis ist nun die aktualisierte und somit VOLLSTÄNDIGE Präsentation meines Spanienaufenthalts rechts oben in der Ecke der Seite. Viel Spaß beim Durchzappen allerseits! Die letzten Berichte zu San Juan und meiner Heimreise gibt es ebenfalls bald. Ich bin quasi schon fertig mit dem Verfassen ;).
Lasst es euch gut gehen und versucht, euch die Laune von diesem fiesen Wetterchen nicht verderben zu lassen! Macht es wie ich, fragt eure Freunde, welche Bücher sie empfehlen können und verbringt die Nächte lesend. Dann seid ihr auch tagsüber viel zu müde, um euch über solche Nebensächlichkeiten wie schlechtes Wetter zu ärgern...

Freitag, 26. Juni 2009

Letzte Tage

So, hier ein klitzekleiner Eintrag aus dem Haus des Chaos'.
Soria bebt unter den San Juanes und unser Haus unter uns. Im Prinzip kann man von den Feiern her die guten SJ mit einer ausgelassenen, einwöchigen Kirmes vergleichen, bei der alle mehr oder minder betrunken vor irgendwelchen spanischen Blaskapellen (naja, das ist eben das wahrscheinlichste Äquivalent) herumtanzen und dann noch das Spektakel mit den Stieren verfolgen. Das sieht so aus: Die Tierchen werden von den verschiedenen cuadrillas, die letzten Endes die einzelnen Stadtteile repräsentieren, ausgesucht und gekauft, dann von Menschen zu Pferd zusammengetrieben, von Valonsadero (7km außerhalb, großes Naturreservatsgebietteildingsbums) nach Soria "gejagt", in der Stierkampfarena untergebracht, in einem seeeeehr fairen Stierkampf getötet, geteilt und verkauft.
Und dann gibt es noch unsere 4er-WG, in der momentan neun Personen hausen, davon drei mit Gitarre und beträchtlichem Stehvermögen beim Singen... Dazu auch die spanische Angewohnheit, dass das Geschirr erstmal eine Nacht ungespült stehen bleibt und ich dann am nächsten Morgen laut fluche, da keine Tasse mehr da ist für den essentiellen Kaffee.
So ist das Leben :).
Und übrigens kann ich alle beruhigen. Meine Route für den Heimweg steht fest und die veröffentliche ich auch gleich, damit keiner sagen kann, ich sei verloren gegangen. Oder genau deshalb, falls ich verloren gehen sollte...
29.6. San Sebastián
30.6. Bordeaux
01.7. La Rochelle
02.7. Angers, bei Chloé
03.7. Rouen, bei Louise
04.7. Rouen, bei Louise
05.7. Rouen oder Saarbrücken, das ist das einzige, was noch nicht feststeht
06.7. (über Saarbrücken) nach Hause.
Und danach bin ich vermutlich erstmal eine Woche tot, hihi. Aber ich freu mich drauf!!! Und nun widme ich mich meinem Essensbedürfnis (auch genannt Hunger), nachdem ich mein komplettes Zimmer gegen das von Laura getauscht habe. Wir haben mit 4 Mann knapp zwei Stunden Möbel geschleppt... Hasta pronto und lasst es euch gut gehen!!!

Donnerstag, 18. Juni 2009

Überreizung zwecks nahender Endzeit...

Hallo ihr Lieben.

Hier die natürlich total unerwartete Nachricht, dass mein Hirn (o sea ich) mal wieder paranoide Überlastungserscheinungen bekommt. Durch das ganze Lernen, Klausurenhickhack - natürlich funktionieren auch die Klausuren nicht so wie gewohnt im Lande des Don Quixote - und die Tatsache, dass sich dieses Semester langsam dem Ende zuneigt, kommt hier die Ka*** zum Dampfen...

Aber es gibt auch wieder Neuigkeiten in Sachen Spanienerkundung zu berichten. Das vorletzte Wochenende haben wir nämlich im Baskenland verbracht. Mit einer 100%igen Regenwahrscheinlichkeit, was darin geendet hat, dass ich mir mal wieder einen unvorsichtigen Sonnenbrand zugezogen habe. So ist das halt in Spanien, die Wetterprognosen sind genau so zutreffend wie in Deutschland. :)
Mit an Bord waren Chiara, Eero, Tomas und ein ganzes Auto voller Franzosen, Alexandra, Mikael, Samuel und Claire nämlich. Ein fröhlicher Physio-Übersetzermix also. Und eine Sprachbarriere, die sich gewaschen hat. Ach, was sage ich da, zwei sogar! Die erste ist nämlich das Baskisch, was man keinen Zentimeter versteht und die zweite war die wunderschöne Sprache namens Französisch. Obwohl sie nicht mal in der Überzahl haben wir Unkundigen die Physios nicht daran hindern können, ihre Sprache zu pflegen... War trotzdem lustig.
Auch wenn wir ganz viel Pech hatten und Bilbao nichts für uns übrig hatte. Chiara und ich waren nämlich fest entschlossen das Guggenheim-Museum zu erkunden (was der Hauptgrund unseres Besuchs war!!), das allerdings nur noch eine Stunde geöffnet war, als wir schließlich dort ankamen. Wollten wir dann auch nicht. Der Alternativplan war die Uni anschauen, die eine der teureren in Spanien ist und superschick ausschaut!!!


Leider war Samstag und neuerdings ist die Uni an den Wochenenden für Besucher geschlossen - außerdem fand parallel dazu noch eine Hochzeit statt. Biestig!!! Nun ja, wir haben den Rest des Wochenendes an verschiedenen Stränden im Umland verbracht mit Hauptquartier in Gorliz, die Jugendherberge direkt neben dem Strand. So lässt es sich auch leben, finde ich. Natürlich waren wir auch Schwimmen. Die Jungs haben nächtliches Nacktbaden zelebriert, wir Damen haben uns bis zum nächsten Morgen (nach dem Frühstück!) gedulden können. Hier das Meer ;)


Das Baskenland ist übrigens DIE Region für einen Traumurlaub, wenn's nicht regnet. Hat Strand, Berge, Wald, Wald, Wald, niedliche Dörfer, Seen und das Meer zu bieten. Waaaah! Wenn ich mal einen Abstecher ins Gedankenlose brauche, weiß ich, wo ich hinmuss, hihi. Außerdem hat Bilbao in meinen Augen auch viel, viel weniger Hässliches an sich, als man der Stadt nachsagt! Hatte da etwas ganz anderes erwartet, aber was ich sehen konnte, ließ sich mit Teilen von Lissabon vergleichen und hatte auch jede Menge Jugendstil zu bieten. Hübsch! Oder sollte ich sagen charmant?!


Und eines ist uns aufgefallen: Die Basken kennen nur Extreme. Man begegnet entweder superschick gekleideten, herausgeputzten Menschen, oder absoluten Alternativos, die von Metallern bis hin zu Hippies reichen. Gefällt mir, die Mischung, hihi :). Leider war auch gerade Klausurenzeit angesagt, sodass in den Clubs tote Hose herrschte und wir uns in einen Irish Pub "zurückgezogen" haben, um so richtig mit einer Generation über uns abzutanzen, muahaha. War lustig, lang und feucht-fröhlich! Endlich mal wieder richtig herumzappeln kann so gut tun.

So. In Anbetracht der Tatsache, dass ich in sieben Stunden schon wieder meinen Wecker ertragen muss - es stehen noch zwei Klausuren vorm Wochenende an, juche - werde ich mal versuchen zur Ruhe zu kommen und verabschiede mich mit dem letzten Bericht einer längeren Reise vor der noch viel längeren Heimreise. In Soria stehen nun die San Juanes vor der Tür, die Straßen werden festlich geschmückt und man darf sich fragen, was wohl in der kommenden Woche auf uns zukommt. Am Wochenende danach steht WG-Putzaktion auf dem Plan und Montag, den 29. Juni, geht dann jeder seinen Weg. Nur Laura und Cedric gehen zusammen... Louise reist diesen Sonntag schon ab, ein Wiedersehen steht aber in zwei Wochen in Rouen schon an. Meine Heimreise wird vermutlich über San Sebastián nach Bordeaux, La Rochelle, Orléans, nach Rouen führen und von dort aus weiter nach Saarbrücken, um hoffentlich mit den Mädels vor Ort einen Kaffee zu trinken, und dann zu guter Letzt nach Hause. Geplante Ankunft: 6. Juli. Dann gehe ich den Hessen wieder auf den Senkel und lerne hoffentlich schnellstens wieder richtig Deutsch zu sprechen. Au Backe!

Da ich ab morgen keine stehende Internetverbindung mehr habe, wird der nächste Beitrag wohl auf sich warten lassen, weshalb an dieser Stelle einmal gesagt sei, dass mein zweites Auslandssemester entgegen aller Erwartungen de puta madre war und ich es in Spanien tatsächlich genossen habe. Mehr als ich dachte sogar. Und gut, dass es jetzt langsam heim geht, denn es wird heiß!! In den letzten drei Wochen verging kaum ein Tag, an dem wir nicht die 30°C geknackt hätten. Horror für mich!!!

Lasst es euch gut gehen, ich grüß euch herzlich und melde mich sobald es geht. Immerhin braucht meine Fotopräsi auch mal wieder ein Update. Dringendst... Und Schluss.

Montag, 15. Juni 2009

Lernpauseneffekte

Hallo aus dem Land der Klausuren von einer Dame, deren Gehirn ziemlich prall gefüllt ist mit Fachterminologie englischer Kunst und Philosophie in Spanisch.
Nach einigen Stunden intensiven Lernens habe ich mir mal die Freiheit genommen und nach Hörbüchern online geforscht. Eins hab ich gefunden und empfehle es denen, die noch immer gerne Märchen lesen/hören/...

1. Auf Vorleser.net findet ihr die Möglichkeit, euch das Märchen "Das Sternenkind" ("The Star-Child" im Original) von Oscar Wilde auf Deutsch herunterzuladen bzw. kostenlos anzuhören. Schön, intelligent verpackt und mit einigen fiesen Manövern ausgestattet :). Liefere mehr Details, sobald ich Zeit habe, empfehle es aber vorweg schon einmal wärmstens!!

Falls der Link nicht funktionieren sollte, hier noch einmal die URL.
http://www.vorleser.net/html/wilde.html

Donnerstag, 28. Mai 2009

Fernweh nach der Heimat+Heimweh nach der Ferne

Hier die ultimative Neuigkeit, dass ich gerade gerne einmal wieder woanders wäre... Irgendwie hat mich, glaube ich fast, Diana Krall beeinflusst mit ihrem Fernwehgedudel und nun wünschte ich, ich wäre in Schottland! Aaaaargh. Sowas kann auch nur einer Erasmus passieren ^^. Stimmt nicht, passt aber gut zu meiner Stimmung, hihi.
Vermisse meine Mädels von drüben, die sich nun in aller Herrgottsländer herumtreiben, in Norddeutschland, Nordfrankreich, Holland oder noch auf der Insel studieren und im typischen Unichaos versinken. Einmal mehr muss ich mich also heute damit auseinandersetzen, dass wir in vermutlich in der Konstellation, in der wir in Schottland herumspaziert sind, nicht mehr zusammen kommen :(. Gemeingemeingemein.
Und da das gerade das einzige ist, was ich zu schreiben habe, gibt es gedächtnisstützende Fotos aus der Endzeit 2008. *seufz*.





Und dann noch schnell der Nachtrag, dass ich auch nichts gegen eine Reunion der Gießenmädels hätte, die ich auch vermisse. Und wenn ich schon dabei bin, sollte noch erwähnt werden, dass meine Studienkolleginnen sich gerade in Berlin aufhalten und ich dort gerne mit ihnen um den Reichstag ziehen würde ^^.
Damit wäre die Liste jetzt komplett und ich beende meine Diana Krall-Session, bevor ich noch ernsthaft depressiv werde, muahahaha...

Sonntag, 24. Mai 2009

Abschiede

Sooooo, hier melde ich mich dann auch endlich einmal wieder zu Wort.
Lang, lang ist's her, allerdings gab es einige Hindernisse zu bewältigen oder halbwegs zu überwinden. Mittlerweile ist soweit wieder alles im grünen Bereich, also kommt nun der lange Nachtrag... Wie oder wo fange ich denn diesmal an? Von vorne oder hinten? Vielleicht ausnahmsweise mal wie in einem amerikanischen Lebenslauf, vom Aktuellen zu alten Klamotten.

Diese Woche war geprägt von PC-Problemen, da mein Adapter letztes Wochenende beschlossen hat, es sei an der Zeit, sich von mir zu trennen. Abschied Nummer eins also. Das traurige an der Geschichte ist, dass das Teil mir nicht nur besonders am Herzen lag, sondern auch insgesamt besonders (weil nicht universell) war. Also bin ich Montag und Dienstag vergeblich von Computergeschäften zu Elektroläden getingelt, um herauszufinden, ob 1. der Adapter wirklich total den Jordan überschritten (bzw. überquert) hat und 2. nicht doch irgendein geschäftiger PC-Fachmann/Elektromensch solch einen Anschluss wie den meines Adapters jemals zu Gesicht bekommen hat. Es stellte sich schließlich heraus, dass zunächst der Anschluss durchgebrannt und dann der Adapter gestorben ist. Schande aber auch! Aber immerhin konnte ich dem netten PC-Reparateur meine Spanischkenntnisse beweisen und habe ganz viel geflucht im Laden. Zitat: "Jaja, hast ganz schön gut Spanisch gelernt". Hätte aber doch viel lieber weniger geflucht und mehr Erfolg gehabt. Naja. Nun warte ich eben auf ein Päckchen aus Deutschland, das den herbeigesehnten Ersatzadapter enthält. Unterdessen, nach drei langen, langen Tagen OHNE Laptop, hat Frau sämtliche (sehr beschränkte) Multimedia-Angebote des sorianischen Campus' getestet, Feindschaft mit einem PC geschlossen, der sich alle dreißig Minuten selbst herunterfuhr und tatsächlich angefangen Platons Gastmahl (naaaaja, zumindest die 30-seitige Einleitung) zu lesen. PC-Abstinenz bildet also auch.
Sozial wurde meine Woche erst nach hinten heraus, da ich die ersten drei Tage viel zu beschäftigt damit war, kopflos durch Soria zu rasen und jedem, der fragte, wie es mir denn ginge, meine Geschichte herunterbetete - schlussendlich zu meiner eigenen Belustigung. Nun ja, Donnerstag dann der große "Übersetzer-Botellón" (sprich gemeinsames Besäufnis im Stadtpark), der in der WG mit dem wunderbaren Spiel "Wer kennt wen" begann. Interessant. So weiß ich jetzt, dass Laura weder mit Cedric oder Eero, noch mit mir auf Kneipentour geht, sondern Nico einlädt, dass Cedric Kunden, die ihn auf der Arbeit anrufen, mit einem netten "Sag an, was geht!!" begrüßt und Eero mit seinen Eltern hauptsächlich über seinen Bruder redet. Schön, schön. Anschließend haben wir uns dem "Ich habe noch nie in meinem Leben... getan"-Spiel gewidmet und sind schließlich gen Park getrabt, wo wir uns köstlich unterhalten haben, bevor's zur Partymeile ging und von dort aus in eine Karaoke-Bar. Eieiei, mir sind nun so allerlei Schnulzen auf Spanisch bekannt. Puuuuh. Aber brav wie ich bin, habe ich mich nach dreikommafünf Stunden Schlaf aus dem Bett erhoben, um zu meiner Englischübersetzungsübung zu erscheinen. Auauau, sage ich da nur und schweige über den Rest. Freitag war dann der allwöchentliche Erasmus-Treff mit Clemence und Pauline, Französinnen, und Reinhilde, Belgierin, angesagt, zu dem sich die drei neuen Italienerinnen gesellten, die wirkliche, reale Spanierinnen im Schlepptau hatten. Wow, welch Bereicherung ;). Gut, dass ich danach nicht noch mit den Französinnen auf eine WG-Party bin, so blieb mir ein unbefriedigtes Ende des Abends erspart, da ich die einzige "Ausländerin" unter lauter Frankreichbewohnern gewesen wäre...
So, Samstag ging es dann entschärft zu wie Donnerstag, tagsüber übersetzen, übersetzen, übersetzen, nachmittags hieß die Aktion "Marika aus dem Haus und zu Chocolate con Churros (Schokopudding sowie frittierte Teigteilchen) kriegen", abends gemeinsames Mexiko-Essen und anschließend Karaoke. Juche. Ins Bett gekommen bin ich um vier und erhoben hab ich mich heut früh um zehn, da Präsentationsüben für morgen (Vortrag in Interkultureller Pragmatik über Beleidigungen im deutsch-spanischen Verlgeich) angesagt war - nach einem Brunch und vor einem wetterbedingten gemeinsamen Mittagessen (aus dem Nichts heraus kam das Dunkel über uns und ließ Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle vom Himmel herabdonnern - um das ganze mal dramatisch aufzuladen mit der Erklärung, dass bei solch einem Hundewetter natürlich niemand freiwillig vor die Türe gehen wollte).
Ach und falls sich jemand wundert, dass in dieser Woche gar nichts Skurriles passiert ist, hier noch zwei kleine Geschichten. Die erste hat mit Sonnis Lachs der Weisheit zu tun, um den es montag Abend ging, als Louise feststellte, dass ihre zweite Gemüsesuppenration sehr viel grünlicher war als die erste - die Suppe habe sich also ihrem wirklichen Sein angepasst und sich auf eine andere Stufe des Seins katapultiert. Die Verbindung zum Lachs besteht hier darin, dass die Suppe auch anders schmeckte und schmecken ist im Spanischen "saber", was auch Wissen heißt, wie mir plötzlich bewusst wurde, weshalb das Thema auf den Lachs der Weisheit kam. Sonni, wenn du das hier liest: Wie steht es mit den Verben im Gälischen? Ist dort wissen auch schmecken?!?
So und die zweite Geschichte hat mit dem Ausdruck "Brückentag" zu tun. Während ihr in Deutschland ein langes Wochenende hattet, was auch der Fall in Frankreich war, durften wir volle fünf Tage zur Uni gehen. Allerdings kam das lange Wochenende einem Freund von Louise sehr gelegen, der dann mal eben für ein paar Tage nach Spanien gereist ist. Und da ja wie gesagt Brückentage waren, kamen die beiden Parisianer (möchte hier mal nicht Pariser schreiben...) auf die Idee, sie könnten im wahrsten Sinne des Wortes "Brücke machen" (im Spanischen: hacer puente) und eine alte Eisenbahnbrücke ebenfalls, nach der Suppe, auf eine andere Ebene des Seins bringen. In einer Nacht- und Nebelaktion haben die zwei dann besagte Brücke blau bepinselt...
Ohne weitere Worte. Lasst es auf euch wirken. Wenn ich demnächst dort vorbeikomme, mach ich ein Foto ;).

Und hier noch eben das Bild der Woche, aufgenommen Donnerstagnacht (oder Freitagmorgen, je nachdem wie man es sieht...). Um mal den Gesichtern Namen zu geben: Erste Reihe: Samuel (FR), Rodrigo (Chile); 2. Reihe: Angela (IT), ich, Laura (ES), Eero (FIN), Debora (IT); 3. Reihe: Claire, Cedric (FR), Elisa (IT), Tomas (ES). Der erweiterte Erasmus-Trupp eben.


Tja und der zweite Abschied ist jetzt schon zwei Wochen her und äußerst schwerwiegend, da Nico endgültig sein Wohnzimmer (also unser Wohnzimmer und seine Wohnung in den letzten Wochen) verlassen hat, um bei seiner Freundin in Belgien einzuziehen. Puuuuh. Ist ganz schön ruhig in der WG seitdem. Aber hey, immerhin ist die Präsentation seiner Diplomarbeit gut gelaufen :).
In seiner letzten Woche gab es ein Konzert unserer Musiker (sprich Nico, Tomas und dem Rest der Erasmusmusikanten, man siehe meinen letzten Eintrag) und am Wochenende, nach gemeinsamem Kartenspiel, Bierchentrinken und Abschiedsessen (Tomas wollte kochen und ich sollte helfen, geendet hat das ganze darin, dass ich am Herd stand, während der Herr mit dem Rest im Wohnzimmer scherzte, hehe) haben wir uns dann auf die Suche nach dem Ursprung des Lebens im Soria begeben, haben Numancia erkundet, das keltische Gallierdörfchen unweit des Provinzkapitals, dessen Bewohner sich nach jahrelanger Römerbelagerung selbst das Leben genommen haben, und sind anschließend tatsächlich ins sorianische Hochland (jap, ihr habt die Erlaubnis zu lachen, vom schottischen ins spanische Hochland ist wie vom Regen in die Traufe...) gefahren, um uns die Spuren der Dinosaurier anzuschauen. Muahaha. Guter Witz... Auch davon gibt es ein Foto, sobald mein PC wieder funktionstüchtig ist. War ein sehr lustiger Ausflug und hat den Abschied noch ein bisserl persönlicher gemacht... Montag wurde Nico dann zum Busbahnhof gebracht (sechs Menschen mit Gepäck in einem Ford Focus...) und im Eiltempo (Busabfahrt um 10 Uhr, Ankunft am Bbhf um 9.56 Uhr) mit einem hasta pronto verabschiedet. Ein Glück, dass es die San Juanes-Festtage gibt, da kommt der Gute nämlich nochmal wieder.
Jup so viel zu den Abschieden.

Natürlich fehlten auch die Bekanntschaften nicht, so ist Laura, eine Italienerin, die das erste Semester in Soria verbracht hat, nochmal zurückgekommen und hat mit mir der spanischen Königin zugewunken, Bier getrunken und in Clubs getanzt. Außerdem gab es da noch ein Pastaessen bei Angela, Elisa und Dorothea, unseren italienischen Dreimontagsphysiopraktikantinnen. Und nicht fehlen darf in der Auflistung die WG-Party bei Samuel und Claire, bei der die gesamte Erasmus-Gesellschaft "sich näher kennenlernte" (dank einem Physiospielchen, das hier nicht detaillierter beschrieben werden wird)...

Hier steppt wie immer der Bär, leidet der Schönheitsschlaf und wird die Sangeskunst geprobt (die neuste Entdeckung: Wir haben einen Karaoke-Kanal unter den 10.000 Kanälen unseres Fernsehanbieters). Ach, Laura hat ihre Abschlussthesis angereicht :) und ich weitere Spanierbekanntschaften gemacht/aufgefrischt (man sollte neben Erasmusbekanntschaften auch mal mit waschechten Bewohnern reden, hihi).

Soweit so gut. Nachtrag beendet und Zeit für die letzte noch ausstehende Übersetzung mit dem Reserve-Laptop meiner französischen Mitbewohnerin. Puh. Immerhin beherrsche ich jetzt auch die französischen Windows-Grundbegriffe ^^.

Hasta pronto!

Mittwoch, 6. Mai 2009

Toledo/Catapán

Schon wieder eine Woche vorbei. Die Zeit hat aber auch gar kein Mitleid. Aber was soll man von etwas, das Falten verursacht und uns dem Friedhof stets ein wenig näher bringt, auch erwarten?!
Gut. Da das jetzt geklärt ist, hier noch die Mitteilung, dass man rechts in der Leiste endlich eine Bilderpräsentation sehen und sich meinen Blog als RSS-Feed einrichten kann. Und nun die letzte Woche in Kürze.

Für den ersten Mai war eine Reise nach Toledo mit Übernachtung in einem Schloss angedacht, für die sich allerdings aus falschem Timing keine Interessenten fanden. Edyta und Paulina erholten sich von ihrem Córdoba-Ausflug, Marika hat beschlossen, dass ihre nächste Reise nach dem Portugaltrubel erst Ende Mai stattfindet und alle anderen Erasmen (oder Orgasmen, wie die Unizeitung uns auch zu nennen pflegt...) waren das Wochenende zuvor unterwegs. Gut, blieben Eero und ich, da Nico lieber in Soria bleiben wollte, um mit Tomás (der nach seiner Paris-Reise in der Versenkung verschwunden war...) Gitarre zu spielen. :(. Nachdem wir allerdings unseren Basken ausfindig gemacht und gefragt hatten, was er davon hielte mitsamt Nico, zwei Gitarren, Eero und mir nach Toledo zu kurven, kam die überraschende Antwort: Klar, gerne! :). Und so ging es dann Freitag früh ab mit Bombenwetter, guter Stimmung, vielen Menschen auf der Autobahn (so viel Betrieb hab ich hier noch nicht erlebt, gab sogar Stau!) und keinem Schlafplatz, da die Jugendherberge ausgebucht war bis auf den letzten Platz. Unfassbar. Aber nach zweistündigem Suchen haben wir eine Pension aufgetan, die ihr Geld durchaus wert war!
Toledo selbst ist eine einzige riesige Altstadt. GENIAL! Die Gebäude sind aus steinernem Terrakotta, sehr südländisch angehaucht und die Gassen steil, klein und verzweigt. Genau das, was frau so sehr mag, hehe. Neben dem Hauptplatz Plaza de Zócodovar gibt es noch das jüdische Viertel, das einen Besuch wirklich wert ist. Die dortige Synagoge mit Museum ist nicht nur echt schön, sondern auch eine gute Informationsquelle, wenn es um das jüdische Leben in Spanien geht. An und für sich ist die ganze Altstadt eine Komplettattraktion mit vielen Cafés, kleinen Plätzen, Ausblick auf den Tajo und die Ländereien auf der anderen Flussseite.
Bevor wir uns wirklich zum Touriprogramm aufgemacht haben, gab es erst noch ein Menú del día mit (Tafel-)Wein, russischem Salat (keiner weiß, warum der ausgerechnet russisch ist, aber im Baskenland ist das Hausmannskost), Rebhuhn (musste sein, immerhin ist die Stadt berühmt dafür!) und Vannillecreme. Die Spanier können definitiv kochen ^^. Lecker war's. Nachdem die Stadt dann einmal zu Fuß durchquert war und wir auf die andere Tajoseite übergesetzt hatten, um die Gegend ein bisschen anzuschauen, am Fluss entlangzuschlendern und schließlich auf dem schwimmenden Geländer mit angehängtem Bootsmotor wieder auf der Toledo-Seite angelangt waren, taten uns die Füße weh und ein "Klares mit Zitrone" war fällig, das auf einer hochgelegenen, sonnigen Terasse mit Ausblick auf die Stadt und viel "bantering" eingenommen wurde. Im Hintergrund gechillter Barjazz, Menschen mit Cocktails und das jüdische Viertel. Was will man mehr?!
Der Abend wurde mit Gitarren- und Kartenspielen (wer hätte gedacht, dass es in Finnisch, Französisch und Spanisch auch Spiele namens "A***loch" gibt und die ganz ähnlich wie das deutsche funktionieren?) beendet und am nächsten Morgen war das Frühstück nicht wirklich drin... selbst nach spanischer Uhrzeit nicht. Auch der zweite Tag verging wie nichts, die Jagd nach toledanischem Marzipan war leider nicht erfolgreich, dafür gab es aber ein Essen aus Baguette, Tortilla und wahrem spanischem Jamón. Zurück ging es dann im Eiltempo mit kartenspielenden Herren im Auto, um noch rechtzeitig ins Einkaufszentrum zu stürmen, da Catapán vorbereitet werden wollte (klar, mit Calimocho, meinem absoluten "Liebligsgetränk" = Cola und Rotwein). Ausklingend war eine weitere Nacht mit Karten fällig und Sonntag hat bis zwei Uhr nachmittags erstmal keiner einen Schritt aus seinem eigenen Zimmer getan. Anstrengend sind solche Gemeinschaftsaktionen halt auch, selbst wenn die beiden Tage als echter Urlaub gelten können. Der Beweis: Nach 3,5-stündiger Autofahrt habe ich mein gutes Gefährt ganz gechillt und problemlos rückwärts eingeparkt ^^. So viel zu Toledo.

Catapán.
Nach allem, was man so hörte, ist dieses das erste von mehreren kleinen sorianischen Festen, die ihren Höhepunkt Ende Juni in den Fiestas de San Juan finden. Nach dem, was ich erlebt habe, ist es das erste "kleine" öffentliche Besäufnis, bevor Ende Juni die Stadt dann eine ganze Woche betrunken herumtorkelt. Perdón, aber zumindest die Hälfte der Menschen, mit denen ich unterwegs war, haben den Sonntag so genutzt (was vielleicht auch der Fall war, weil diese Hälfte aus Erasmen bestand). Die zweite Hälfte hat sich an ihr Glas Wein und Stückchen von Fisch, Käse und Brot, die verteilt wurden, gehalten. Für alle Interessierten, die Spanisch verstehen: . Für den Rest hier eine kurze Erklärung.
Catapán findet regelmäßig am ersten Maisonntag statt und ist der Auftakt für die Sanjuanes, bei dem ähnlich wie die Kirmesvorbereitung, vermute ich, die Verantwortlichen für die Orga eingeschworen werden. In Soria gibt es verschiedene Cuadrillas (Grüppchen mit eingenen Vereinshäuschen und Heiligenfiguren, die zum Sanjuanes-Umzug und Ostern umhergetragen werden), die zu Catapán Wein in Feldflaschen ausschenkten (und zwar direkt in den Mund, alles Übungssache weshalb alte Kleidung Pflicht war) und Brot, Bacalao (Fisch) und Käse verteilten. Armenspeise, wie man sagt. Die ganze Stadt ist auf der Straße, tanzt zu kleinen Musikgruppen, die zwischen den einzelnen Vereinsstätten platziert sind, bewegt sich von cuadrilla zu cuadrilla und trinkt.
Gut für mich war, dass wir die Hälfte unserer Gruppe auf dem Weg zum fast am Fluss postierten Vereinsheim verloren haben. So ergab sich die Gelegenheit mal wieder mit ECHTEN Spaniern und meinen guten Italienerinnen umherzuschlendern, sich auszutauschen und nur angetrunken gegen Mitternacht nach Hause zurückzukehren :). Da war dann noch ein kleiner literarischer Diskurs mit Eero drin (wieso bitte schaffen wir es selbst in diesem Zustand noch über Joseph Conrad zu diskutieren?!) und die Überraschung, dass Louise bereits von der Hochzeit ihres Cousins in Wien zurück, aber nicht zu Hause war...

Tja und die neue Woche begann recht schleppend mit dem Plan, endlich diverse Dinge wie Unterkunft in SB, Arbeit im Sommer etc. zu klären. Was auch Zeit wird. So. Jetzt an die Arbeit, bevor es später ein Konzert zu hören gibt (Nico, Tomás und ein Haufen anderer haben es tatsächlich rechtzeitig mit der Vorbereitung geschafft :)) und ich einen Geburtstagskuchen backen werde - immerhin steht morgen eine Überraschungsparty an!

Dienstag, 28. April 2009

Fotos.

Einen wunderbaren Sonnentag :).
Die Sonne muss erwähnt werden, da es gestern sowas von gruselig grau war, echt unschön. Gerade regnet es immerhin einmal nicht und der Feuerball hat sich zwischen den Wolken durchgezwängt, juche.
Mal sehen, ob ich Glück habe und ein paar Spanienfotos auf der Seite posten kann, immerhn hat sich mein Schwesterherz darüber beschwert, dass es keine Bilder gibt. Stimmt. Eine Erklärung dafür ist, dass meine Digicam ihr Batterienlimit stets überschreitet und ich nicht immer Lust habe, diese übermäßig Gefräßigkeit zu unterstützen... (Eine zweite Erklärung ist meine Unlust Fotos zu schießen.)




Die Laguna Negra im Februar, wie man sieht noch mit einer ganzen Masse Schnee, wir haben also statt einer schwarzen Lagune eine weiße bestaunen dürfen ^^. Mitreisende von links nach rechts: Paulina und Edyta, zwei Polinnen, Farina, eine Deutsche, und Marika, Finnin :).

Samstag, 25. April 2009

Langes Wochenende mit allerlei Nachwuchs :)

Und wieder einmal ein verlängertes Wochenende, welch Freude!
Dieses Mal geht es dafür allerdings sehr ruhig zu. So gut wie alle spanischen und Erasmusstudis haben es vorgezogen auf große (Heim-)Reise zu gehen und bei mir stehen/standen einige Projekte an, die mittlerweile größtenteils abgehakt sind, sodass man sich solchen Nebensächlichkeiten wie der Erschaffung eines Blogs widmen kann ^^.
Gleich vorweg gibt es die neusten und schönsten Nachrichten (jawohl, Plural!!):
1. Es gibt Nachwuchs in der Familie - juchuuuuuu!!! Zwillinge mit den Namen Helena und Jonas! Gestern Mittag um 12.30 Uhr geboren!! Vielen Dank Herr Storch ^^.
2. Ab Montag zieht Louise in die WG ein, sodass wir endlich wieder zu viert (na, fünft, wenn man Cedric mitzählt, hehe) fest hier wohnen und eine Filmfanatikerin mehr haben :). Gerade ist dann aber auch Nico für drei Wochen zurückgekehrt, noch mehr Leben in der Bude!
Und dann noch ein paar Vorschläge zu Filmen, die man ruhig mal gesehen haben sollte:
1. "Jamón jamón" (zu deutsch Lust auf Fleisch), ein Film für alle, die etwas mit Spanisch am Hut oder "The cook, the thieve, his wife and her lover" gesehen und überlebt haben. Seid vorgewarnt: Das Werk von Biga Luna mit Penélope Cruz und Javier Bardem ist in Gesellschaft besser verdaulich. Schnappt euch jemanden, der mitguckt und der wenn irgend möglich auch nichts gegen sexuelle Anspielungen hat!! Zitat meines guten finnischen Mitbewohners, Eero: "Ein bisschen wie Shakespeare". Ganz unrecht hat er nicht.
2. "Rosemary's Baby" von Roman Polanski mit Mia Farrow aus dem Jahre 1968. Wird als psychedelischer Horrorfilm gehandelt und hat viel Diabolisches zu bieten. Auf den ersten Blick wirkte der Streifen ziemlich harmlos, auf einer großen Leinwand und mit dem Vermögen alle heutigen "Horrorfilme" mal auszublenden, entwickelt sich aber eine grandiose Atmosphäre. Mir persönlich gefällt auch die Art wie Polanski den Film gedreht hat und wenn man (oder eher frau) sich aufgrund der Frauendarstellung ärgert, so sei ihm (ihr) das Zusatzmaterial der DVD mit einem Mia Farrow-Interview nahegelegt. Wunderbar... ^^
Und das war's jetzt erstmal. Zeit sich einem Buch zu widmen. Zurzeit ist das (noch) "Heart of Darkness" von Joseph Conrad. Setzt es auf eure Leseliste, ihr werdet es nicht bereuen!

Habt ein schönes (in Deutschland nicht ganz so langes) Wochenende.

Herzlich Willkommen!

Hallo zusammen.

Ännies Corner ist dazu gedacht, euch einen Einblick in mein (Auslands-)Leben und Werkeln zu bieten und lange Rundmails endlich effektiv auszumerzen. In diesem Blog werdet ihr Geschichten, Gedichte und gesammelte Werke meinerseits finden. Ich hoffe, ihr entdeckt interessante und kurzweilige Dinge und kommentiert fleißig.

Liebste Grüße und viel Vergnügen!